Ledertramp

Blog über modernes Nomadenleben, Natur, Freiheit und Lebenskunst

PCT Thruhike 2015: Ashland – Mazama Village

Am nächsten Morgen fährt uns ein Trail Angel zurück zum Pacific Crest Trail. Die erste Meile wird gewandert, dann ist ein verspätetes Frühstück fällig. Ich habe mir aus der Stadt den ein oder anderen Luxus mitgenommen und so gibt’s frische Bagel mit Cream Cheese und Erdnussbutter. Lecker. Danach wird gehiket. Es geht ein paar mal echt steil hoch ist aber die meiste Zeit leichtes Terrain. Demnächst wird es deutlich flacher werden. Katy nennt Oregon den Pancakestaat. Das wird sicher mal ne nette Abwechslung von den ganzen Höhenmetern. An einer eiskalten Quelle machen wir zusammen mit vielen anderen Hikern Mittagspause. Ich esse das gute Brot mit Käse und Sriracha. Lecker.

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Danach wird der Pacific Crest Trail entspannter. Wir laufen durch Wald und es geht kaum bergauf. An einer Straße ein paar Meilen weiter treffen wir auf die Holzschuhs. Sie haben Besuch von der Familie und machen heute Trail Magic. Lange Zeit sitzen wir zusammen uns reden bevor wir weiter gehen. Dann sind es nur noch fünf Meilen bis zum Campsite. Ich baue das Zelt auf, hole Wasser und beende den Tag mit Couscous.

Am Morgen muss ich feststellen, dass ich vergessen habe Kakao in meine Haferflocken zu mischen. Humpf, jetzt gibt’s wohl ein paar Tage Oatmeal pur. Naja, Maike gibt mir einen Löffel Kakao ab. Könnte schlimmer sein. Irgendwann geht’s dann auf den Pacific Crest Trail. Die Landschaft ist nett aber unspektakulär. So wandere ich 14 Meilen und erreiche schließlich eine Quelle, wo ich mit anderen Hikern Pause mache. Die Quelle führt wieder mal schönes kaltes Wasser. Sehr angenehm.

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Nach der Pause geht’s mal wieder bergauf. Aber eher mäßig. Die heftigen Steigungen werden wir fürs erste nicht mehr haben. So stiefelt man durch den Wald und hat nicht viel zu tun. Zwei Meilen vor dem heutigen Ziel überquere ich eine Straße. Dort stehen ein paar Leute herum. Einen von ihnen kenne ich. Es ist Radar, ein Thruhiker. Er hat Besuch von seiner Familie, beziehungsweise wird von seiner Familie für ein paar Tage abgeholt. Vor seiner Pause macht er aber noch ein bisschen Trail Magic. Chips und Soda! Ich unterhalte mich nett mit Radars Vater, dann geht’s weiter. Noch zwei Meilen, dann erreiche ich einen Shelter. Es ist eine kleine Hütte mit Wasser und Picknickbank. Weil drinnen aber ein paar Mäuse sind baue ich das Zelt auf. Danach unterhalten wir uns noch eine Weile mit Little Bear und Firecracker. Dann geht’s ins Zelt.

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Wir schlafen aus. Als wir aufwachen ist es schon länger hell, aber das macht ja nichts. Wir genießen den Morgen und starten entspannt. Oregon ist landschaftlich eher unauffällig. Es ist schön, aber wenig abwechslungsreich. Es geht zunächst einige Meilen durch den Wald. Irgendwann gibt’s dann mal eine Aussicht auf einen hohen Berg, der aussieht wie ein Vulkan. Der Boden macht da direkt mal mit und erfreut uns mit Lava. Es geht durch ein Feld von riesigen Felsen in die netterweise jemand einen Trail gebaut hat. So geht es ein Stück. Ich bin im Moment etwas schlapp und so mache ich zwei kleine Pausen. An einem Bach wird dann Mittagspause gemacht. Sogar ein wenig Schlaf finde ich.

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Nach der Pause geht’s weiter durch den Wald. Viel kann man dazu wirklich nicht sagen. Es ist schön und ruhig. Ein Reh kreuzt meinen Weg und bleibt fast auf Armlänge stehen. Ich finde es immer wieder toll, wie viel Wildlife man hier auf dem Pacific Crest Trail zu sehen bekommt und wie wenig scheu die Tiere sind. So vergehen die Stunden und schließlich erreiche ich Christi Spring. In der Nähe der Quelle baue ich das Zelt auf und lasse den Abend mit Mückengesumm ausklingen.

Als wir aufwachen ist der Himmel wolkenverhangen. Aber es ist trocken, also ideales Hikingwetter. Trotzdem bleiben wir erstmal gemütlich liegen, bevor wir uns auf den Pacific Crest Trail begeben. Der begrüßt uns mal wieder mit Wald. Hier gibt es eine parasitäre Pflanze, die alle Bäume befällt. Ich weiß nicht, wie sie heißt. Es sind Büschel von grünem „Haar“, die einen Baum nach und nach absterben lassen. Sieht irgendwie traurig aus, der sterbende Wald. Aber so ist der Kreislauf des Lebens. Immerhin, wenn ein Baum dann endgültig tot ist, scheint auch der Parasit nicht mehr leben zu können. Ausgleichende Gerechtigkeit! Naja wir wandern also durch diesen Skelettwald, dann geht’s bergauf und schließlich haben wir seit längerem mal wieder einen 360°-Blick. Sehr schön. An einer guten Stelle lassen wir uns zur Mittagspause nieder.

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Nach der Pause geht’s wieder bergab. Wir wandern über ein Geröllfeld hinab zurück in den Wald. Nach einigen Meilen müssen wir Wasser für zwanzig Meilen inklusive Nacht auftanken. Das macht immer einen großen Unterschied auf dem Rücken. Während wir filtern beobachten wir einen Frosch, der wahrscheinlich gerade das erste mal in seinem Leben an Land geht. Noch etwas unbeholfen schiebt er sich aus dem Wasser während im Wasser noch einige seiner Kollegen als Kaulquappen herum schwimmen. Natur pur auf dem Pacific Crest Trail! Acht Meilen und zweieinhalb Stunden später baue ich das Zelt auf einer ausgesprochen geraden Fläche auf. Bald darauf wird es dunkel und der Schlaf kommt mit großen Schritten näher.

Heute geht’s zum Crater Lake! Wir haben lockere 13 Meilen vor uns. Dann werden wir in Mazama Village Mittagspause machen. Die Meilen sind schnell gelaufen und im Dorf gehe ich erstmal schön duschen. Herrlich! Nachher geht’s dann weiter zum See!

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