Ledertramp

Blog über modernes Nomadenleben, Natur, Freiheit und Lebenskunst

PCT Thruhike 2015: Tehachapi – Kennedy Meadows

Der nächste Tag beginnt mit einer Fahrt zum Post Office. Eine Mutter bringt uns dorthin. Im Post Office wird erstmal kräftig sortiert. Irgendwann ist alles verstaut und wir geben die Pakete ab. Der Resupply für die nächsten 500 Meilen ist unterwegs.

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Danach werden wir von einer älteren Dame wieder in die Stadt gefahren. Andy und ich gehen Fritten essen. Dann hängen wir einfach noch etwas ab, unterhalten uns mit den Hobbits und duschen noch einmal. Gegen vier Uhr lassen wir uns zum Pacific Crest Trail kutschieren. Dann geht’s sofort los, eine Zeit lang parallel zum Highway und dann steil bergauf. Ich komme ganz schön ins schwitzen steige aber weiter auf. Oben angekommen machen wir erstmal eine Verschnaufpause. Zufällig erfahren wir, dass wir schon sieben Meilen gelaufen sind. Kaum zu glauben! Die nächsten Meilen gehen gemütlicher voran. Irgendwann wird es dunkel und ein riesiger orangener Vollmond geht auf. Das sieht wirklich toll aus. Irgendwann erreichen wir einen kleinen Campspot und bauen auf.

Die Nacht ist wahnsinnig stürmisch und die Zelte werden auf eine harte Probe gestellt. Aber alles hält wunderbar. Am nächsten Morgen gehen wir runter zur Quelle und frühstücken erstmal.

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Dann tanken wir Wasser und wandern los. Das Wetter ist heute wirklich perfekt. Es ist nicht zu heiß und leicht windig. Außerdem wandern wir durch den Wald. Um die Mittagszeit machen wir eine lange Pause, schlafen sogar ein bisschen.

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Danach sind es nur noch sechs Meilen bis zu unserem Camp. Wir stiefeln also noch ein wenig und bauen dann die Zelte auf. Diesmal direkt an einer Quelle, wo schon einige andere Hiker sind. Als die Sonne untergeht wird es schnell frisch und so gehen wir bald in die Zelte. Ein guter Tag geht zu Ende.

Am nächsten Tag geht’s gemütlich los. Wir filtern noch etwas Wasser und dann wandern wir die ersten Meilen. Schon kurz nachdem wir gestartet sind kommt die erste schöne Aussicht. So startet es sich gut in den Tag.

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Zwanzig Meilen stehen heute wieder auf dem Programm. Zunächst geht es etwas bergauf, dann durch lichten Pinienwald.

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Nach sechs Meilen gehen wir ein Stück vom Pacific Crest Trail ab um Wasser zu holen. Das ist jetzt das letzte Wasser für 28 Meilen. Dann geht’s weiter bergab. Die Landschaft verändert sich und es wird wieder trockener. Bald öffnet sich ein Blick auf die Sierras. Bald werden wir dieses Gebirge erreichen. Das wird eine große Veränderung.

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Aber zuvor steigen wir noch einmal ab in die Wüste. Ich suche nach einem geeigneten Platz für die Mittagspause. Schließlich finde ich einen flachen Stein auf dem man gut sitzen kann und von dem man eine schöne Aussicht hat. Gemeinsam mit ein paar anderen Hikern machen wir Pause.

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Danach geht’s noch etwa sieben Meilen weiter. Die Wüste hat uns wieder und wir laufen durch trockenes Gelände. An einem Water Cache fülle ich nochmal nen halben Liter Wasser auf. Die Sicht auf die umliegenden Berge ist wie immer klasse.

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Schließlich finde ich einen guten Campspot und baue auf. Die anderen kommen bald nach und wir beginnen mit der Abendroutine. Kurz nach Sonnenuntergang gehen wir in die Zelte.

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Am nächsten Morgen wachen wir recht früh auf. Schon bald brechen wir auf. Bis zum nächsten Wasser sind es noch 15 Meilen. Die wollen wir schnell abreißen. Nach acht Meilen jedoch finden wir einen Water Cache vor. Das passt gut, denn ich habe nicht mehr viel Wasser. Sogar Müsliriegel und Klopapier finde ich hier. Wir entspannen ein wenig, dann geht’s drei Meilen bergauf. Von oben hat man mal wieder eine tolle Aussicht.

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Als wir nach weiteren sieben Meilen die Trail Junction zur Quelle erreichen, biegen wir links ab. Dann gehen wir ein Stück offtrail. Unten angekommen finden wir das Wasser nicht. Andy geht suchen, irgendwann suche ich in der anderen Richtung. Ich finde auch Wasser und filtere ein paar Liter. Es schmeckt sehr metallisch. Als ich zurück komme, haben die anderen schon Sorgen gehabt, wo ich stecke. In der Zwischenzeit haben sie besseres Wasser gefunden und so filtere ich nochmal. Wir machen eine ausgiebige Pause. Andy muss mehrmals umziehen, weil ihn die Ameisen ärgern. Um fünf Uhr gehen wir weiter. Noch fünf Meilen haben wir uns vorgenommen. Die sind durch den Wald schnell gelaufen und bald ist das Camp erreicht. Nach dem Abendessen verziehen wir uns in die Zelte. Jetzt scheinen wir die Wüste wirklich bald hinter uns zu haben. Nur noch ein paar Tage bis Kennedy Meadows, ein tolles Gefühl!

Wir wachen bereits super früh auf. Schon vor sieben Uhr starten wir los. Zunächst folgen wir einem breiten, eher flachen Weg. Dann geht’s irgendwann in den Wald hinein. Hin und wieder hat man verlockende Blicke auf die Sierras, die gerade wolkenverhangen sind. Nach neun Meilen erreichen wir einen Campground. Hier bleiben wir eine Weile. Wir essen, unterhalten uns und holen Wasser. Später kommen Trail Angel vorbei und wir bekommen noch Orangen und Reispudding. Danach machen wir uns an einen steilen Aufstieg. Wir schlängeln uns den Berg hinauf. Zwischendurch regnet es mal ein wenig. Nachdem wir meilenweit nach oben gestiefelt sind, müssen wir alles wieder absteigen. Irgendwann erreichen wir die Joshua Tree Spring und bauen die Zelte auf. Leider gibt’s hier viele Mücken und daher verkrümeln wir uns schon früh im Zelt.

Ich habe gut geschlafen. Nach dem Frühstück wird noch etwas Wasser gefiltert und dann geht es los. Zuerst geht es bergauf, dann direkt wieder runter nur um dann richtig bergauf zu gehen. Zwischendurch passieren wir eine Markierung: 1/4 des Pacific Crest Trails ist geschafft! Kurz vor dem großen Aufstieg füllen wir noch einmal Wasser auf. Es wimmelt nur so von Mücken und deshalb machen wir keine lange Pause.

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Wir machen uns also an den Aufstieg. Es ist wahnsinnig anstrengend, aber die Umgebung ist wunderschön. Berge, Felsen, Bäume und viele Tiere. Auch eine Schlange kreuzt nochmal meinen Weg. Mittlerweile habe ich so viele Schlangen gesehen, dass ich mich an ihren Anblick gewöhnt habe. Einmal gewährt der Trail uns noch einen Blick auf die Wüste, bevor er uns weiter Richtung Sierras führt.

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Irgendwann erreiche ich die verabredete Stelle für die Mittagspause, wo Andy schon wartet. Wir pausieren lange und ich schlafe auch ein wenig. Danach folgen vier Meilen Abstieg. Diese vergehen recht schnell und wir erreichen eine gut fließende Quelle. Wir füllen auf, machen kurz Pause und gehen dann die letzten Meilen für heute. Wir essen gemeinsam zu Abend und reden noch ein wenig. Dann gehen wir in die Zelte. Morgen sind wir in Kennedy Meadows, ein Meilenstein auf unserem Weg!

Der nächste Tag beginnt wieder einmal sehr früh für uns. Noch 20 Meilen trennen uns vom offiziellen Ende der Wüste und dem Anfang der Sierras. Und die Meilen wollen wir schnell hinter uns bringen. Wir düsen also los und kommen sehr schnell voran. Die Wüste packt uns tatsächlich nochmal. Das Terrain ist trocken und heiß. Nach 10 Meilen erreichen wir eine Oase. Wir machen eine kleine Pause, Wasser brauchen wir aber nicht.

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Danach zischen wir weiter. Nach vier weiteren Meilen erreichen wir einen Fluss. Hier wird erstmal ordentlich gebadet. Dann machen wir noch kurz Pause, füllen Wasser auf und dann rennen wir weiter nach Kennedy Meadows. Dort werden wir mit Applaus empfangen, kaufen uns Eis und Cola und sind einfach froh diesen Meilenstein erreicht zu haben.

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