Ledertramp

Blog über modernes Nomadenleben, Natur, Freiheit und Lebenskunst

PCT Thruhike 2015: Big Lake Youth Camp – Timberline Lodge

Die Zeit im Big Lake Youth Camp ist wirklich schön und geht viel zu schnell vorbei. Wir entspannen, essen, lernen neue Leute kennen, treffen einen Hund von der Größe eines Berglöwen und schauen uns das sehr lustige Abendprogramm der Betreuer an. Auch die Hobbits holen uns wieder ein. Seit Kennedy Meadows haben wir uns nicht mehr gesehen und dann tauchen sie plötzlich wieder auf. Der Pacific Crest Trail ist halt immer für eine Überraschung gut.

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Doch leider können wir nicht ewig bleiben und so brechen wir am dritten Tag wieder auf. Siebzehn Meilen stehen auf dem Programm. Nicht viel, aber nach Zero Days sind wir immer etwas aus der Form. Es ist tierisch anstrengend, denn der Boden ist mit Sand bedeckt. Mit Schuhen und schwerem Rucksack ist das wirklich kein Vergnügen. Bald schon kommt noch die Hitze dazu, denn der Pacific Crest Trail geht jetzt durch abgebrannten Wald. Nach ein paar Meilen erreichen wir einen Meilenstein. Die 2000 Meilenmarke!

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Echt klasse, jetzt sind wir 2000 Meilen gewandert. Leider ist der Rest des Trails momentan ziemlich schwer von Feuern betroffen, sodass es im Moment schwierig ist, denn Trail regulär zu beenden. Wir hoffen, dass sich das reguliert, bis wir dort sind. Heute aber kann noch unbeschwert gewandert werden. Ich treffe einige Hiker wieder und es wird öfter mal stehen geblieben und geredet. Landschaftlich ist nicht viel los. Abends erreiche ich einen kleinen See, wo ich mit anderen Hikern zelte. Wir reden noch bis es dunkel wird, dann geht’s irgendwann in den Schlafsack.

Ich schlafe ausgesprochen gut und will am Morgen auch überhaupt nicht aus dem Zelt raus. Wir bleiben fast bis zum Mittag liegen, ehe wir uns auf den Pacific Crest Trail begeben. Und auch als wir endlich drauf sind, ist es irgendwie ziemlich anstrengend. Wir haben heute viel Steigung vor uns und es geht schon direkt damit los. Nach drei Meilen mache ich eine erste Pause.

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Auf den kleinen Lavasteinen ist es richtig gemütlich und ich lege mich hin. Heute ist wirklich ein Lazy Day. Aber irgendwann geht’s weiter. Die nächsten Meilen laufen ganz gut. Am Shale Lake wird wiederum entspannt und Wasser geholt. Vom See hat man auch eine tolle Aussicht auf Mount Jefferson.

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Wir liegen wiedermal eine Weile herum. Nach Zero Days sind wir echt immer ein bisschen aus der Form. Aber zum Glück sind die nächsten Meilen entspannt. Später am Abend jedoch erreiche ich einen Fluss. Da muss ich rüber. Eine wirklich anspruchsvolle Furt. Ich suche eine Zeit nach einer geeigneten Stelle und gehe schließlich hinüber. Dann sind es nur noch ein paar Minuten bis ich im Camp ankomme. Müde verkriechen wir uns in unser Zelt.

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Wir wachen auf und kommen trotz entspannen mal etwas früher auf den Pacific Crest Trail. Der Tag begrüßt uns mit ein paar Meilen Steigung. Dafür hat man wunderbare Blicke auf Mount Jefferson und dessen Gletscher. Leider ist es immer noch ziemlich smoky, sodass die Kamera irritiert ist und diesen Postkartenblick nicht so recht einfangen will. Macht nichts. Das Auge ist sowieso besser und so genieße ich den Blick während ich weiter bergauf gehe. Auf der anderen Seite des Berges den ich hier gerade herauf gegangen bin erwartet mich wieder Wald. Das ist gar nicht so schlecht, denn es wird schon wieder sehr warm. So freue ich mich sehr, als ich am Mittag einen schönen See erreiche. Ich gehe sofort schwimmen und sonne mich danach auf einer Schwimminsel. Die Bretter aus denen sie gemacht ist sind von der Sonne wunderbar aufgeheizt. Herrlich!

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Nach einer ausgiebigen Pause gehe ich noch kurz zum Ollalie Lake Store und gönne mir ein eiskaltes Mt Dew. Danach geht’s auf die letzten neun Meilen. Zwischendurch wird noch Wasser für die Nacht geholt, denn der Bach an dem wir heute zelten wollen ist ausgetrocknet. Dafür gibt’s dort schöne flache Campsites, wo ich dann schließlich auch aufbaue. Jetzt sind wir nur noch knapp hundert Meilen von Washington entfernt und damit schon „fast“ in Canada!

Die Nacht bringt nicht nur ein wenig Regen, sondern auch Halsschmerzen und Schnupfen. Als ich am nächsten Morgen aufwache muss ich feststellen, dass ich mich erkältet habe. Das finde ich äußerst ärgerlich, aber was will man machen. So gehe ich schnupfend los. Der Pacific Crest Trail hat heute wenig zu bieten. Es geht größtenteils durch Wald. Hin und wieder taucht ein Bach auf. An einem dieser Bäche machen wir zusammen mit einigen anderen Hikern unsere Mittagspause. Das einzig wirklich nennenswerte ist eine Quelle aus der ich abends Wasser schöpfe. Glasklares, kaltes Wasser kommt direkt unter einem Baum heraus geflossen. Das sieht wirklich schön aus und hat etwas ganz ursprüngliches. Aber das wars dann auch schon an spannenden Erlebnissen für heute. Das Zelt wird schließlich mitten auf einem Sidetrail aufgebaut, denn der Campspot bietet sinnvollerweise keine gerade Fläche.

Die Nacht bringt eine Menge Regen. Als wir aufwachen ist es ziemlich nass. Wir müssen wohl oder übel nass einpacken und losgehen. Aber das gehört auch dazu. Hoffentlich hat der Regen wenigstens das ein oder andere Feuer gelöscht. Die erste Zeit läuft man entlang des Timothy Lakes, der wirklich sehr groß ist und heute Wellen schlägt, wie das Meer. Die meiste Zeit geht es wieder durch den Wald. Nur hin und wieder bietet sich eine Aussicht. Die Wolken verhindern jedoch, dass man weit sehen kann. Trotzdem ist es schön.

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An einer Quelle machen wir mit anderen Hikern zusammen Mittagspause. Aber heute will sich keiner lange niederlassen. Das Wetter ist einfach zu ungemütlich. Also ziehe ich schnellen Schrittes in Richtung Timberline Lodge. Kurz bevor ich dort ankomme überschreite ich die Baumgrenze. Sofort wird die Landschaft kahl und rau. Der Regen tut seinen Teil zu einer düsteren Atmosphäre dazu.

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Ich stelle schnell das Zelt oberhalb der Lodge auf und begebe mich dann schnell ins Warme.

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