Ledertramp

Blog über modernes Nomadenleben, Natur, Freiheit und Lebenskunst

PCT Thruhike 2015: Cascade Locks – Snoqualmie

Zunächst einmal muss ich leider sagen, dass mein Blogeintrag von Cascade Locks bis White Pass sich verflüchtigt hab. Ich habe weder Zeit noch Lust den neu zu schreiben, deshalb gibt’s hier eine kurze Zusammenfassung und ein paar Bilder. Also wir sind schließlich in Washington angekommen, wahnsinn. In Cascade Logcks haben wir dann die Holzschuhs getroffen. Wir haben uns entschlossen zusammen weiter zu gehen!

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Washington begrüßt uns von seiner grünen Seite. Obwohl wir eine Woche Pause gemacht haben, treffen wir einige Heike wieder die wir schon früher kennengelernt haben. Das Wetter wird langsam herbstlich. Auf der Knife’s Edge geraten wir in einen starken Schneesturm. Die Sicht fällt unter zehn Meter. Es ist wirklich ein Abenteuer! Danach stellen wir müde das Zelt auf einem kleinen Campsite auf.

Die Nacht über fällt wieder einiges an Schnee. Dank Earplugs verbringe ich aber eine einigermaßen gute Nacht. Am nächsten Morgen stehen wir recht spät auf. Die eisige Kälte lässt uns wieder mal länger im Schlafsack liegen. Schließlich schaffen wir es aber und gehen zwei Meilen. Dann verlassen wir den Pacific Crest Trail und gehen den Chairlifttrail entlang. Nachdem wir uns kurz verlaufen haben, finden wir dann auch den Weg nach unten. Wir gehen super steil den Berg hinab immer entlang des Skilifts. Schließlich erreichen wir den Kracker Barrel Store. Hier haben wir ein Resupplypaket. Außerdem wärmen wir uns auf, essen Fritten und Eis, laden Geräte und ich kaufe mir ein paar dicke Socken für nachts. Gegen Abend hiken wir weiter und machen noch gut sechs Meilen. Dann schlagen wir das Lager auf, essen gemütlich zu Abend und gehen dann schlafen.

Für heute haben wir uns 25 Meilen vorgenommen. Das Wetter sieht in Ordnung aus als ich am Morgen den Kopf aus dem Zelt strecke. Nachdem das Wasser für heute gefiltert ist, geht’s auf den Pacific Crest Trail. Es geht moderat los. Ich nehme mir vor heute wenig Pause zu machen, damit ich nicht zu spät am Campspot ankomme. Ich bin allerdings ziemlich müde und muss schon bald eine Pause einlegen. Mittlerweile bin ich bereit langsam wieder ein ruhiges Leben zu führen. Klar ist der Pacific Crest Trail irgendwie Urlaub, aber jeder Hiker wird bestätigen, dass es auch ein Stück harter Arbeit ist. Du musst jeden Tag eine weite Strecke gehen, du weißt nicht wo du abends schläfst, du hast Schmerzen, Hunger und Durst, du bist Wind und Wetter ausgesetzt und so weiter. Jetzt zum Ende hin, wo es zudem auch kalt und nass wird, sehnt man sich doch nach dem Komfort einer Wohnung. Aber noch ist es nicht so weit. Vor mir liegt jetzt ein Anstieg von vier Meilen. Ständig wechselt die Empfindung von zu kalt bis zu warm. Jacke an, Jacke aus. Ständig im Wechsel. Bei diesem Anstieg ziehe ich die Jacke mal wieder aus. Oben angekommen wird Pause gemacht. Die Aussicht ist wirklich schön. Überhaupt sind die nächsten Meilen bis zum Camp voller schöner Ausblicke. Bis ich am See ankomme an dem wir heute zelten bekomme ich einen Blick nach dem anderen. Auch einen tollen Regenbogen sehe ich über dem Dewey Lake. Ein wirklich erfolgreicher Tag. Als wir im Zelt liegen, fängt es an zu regnen. Gut dass wir hier drin sind!

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In der Nacht regnet es kräftig auf unser Nylonhaus. Überraschenderweise bleiben wir drinnen aber vollkommen trocken. Am nächsten Tag sind wir erstmal alle ein wenig faul. Keiner will so richtig aus dem Zelt raus und in den Regen. Als es dann aber kurz aufhört brechen wir dann schließlich auf. Die Geschehnisse des Tages sind eigentlich schnell erzählt. Das Ziel für heute ist eine Hütte in 21 Meilen. Diese wandere ich dann fast am Stück ab. Nur einmal mache ich für zehn Minuten Pause um etwas zu essen. Es geht heute abwechselnd bergauf und bergab. Um 15:30 erreiche ich die Hütte. Merman hat im Ofen schon ein Feuer gemacht. In einer Regenpause sammeln wir Feuerholz. Nach und nach trudeln immer mehr Hiker ein. Es wird ein netter Abend. Wir sind alle warm und trocken, ich backe Brot auf dem Ofen, wir essen gut und unterhalten uns noch lange. Schließlich gehen wir alle ins obere Stockwerk und schlafen.

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Wir wachen alle zur ungefähr gleichen Zeit auf und beginnen uns startklar zu machen. Es hat aufgehört zu regnen. Wir machen noch ein Gruppenfoto und dann geht’s wieder auf den Pacific Crest Trail. Schon bald kommt die Sonne raus und es wird herrlich warm. Schon nach fünf Meilen machen Maike und ich eine Pause in der Sonne. Heute gehen wir viel oberhalb der Baumgrenze. Bei einer schönen Aussicht bleibe ich eine Weile stehen. Plötzlich höre ich das Geräusch eines Düsenjets, der heran naht. Und plötzlich taucht er über einem Bergkamm auf, keine zwanzig Meter über der Erde, dreht er sich auf den Kopf und fliegt kopfüber weiter. Und schon ist er aus meinem Blickfeld gerast. Der weitere Tag verläuft ruhig. Kurz vor Ende treffe ich nochmal auf Merman und El Matador, die noch sieben Meilen weiter gehen wollen als wir. Ich hole Wasser und dann gehe ich die letzte Meile zum Camp, wo ich das Zelt mit schöner Aussicht aufbaue.

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Heute kommen wir mal wieder etwas später aus den Federn. Vor uns liegen zwanzig Meilen mit einer guten Portion Steigung. Das Wetter ist wieder etwas schlechter geworden und der Himmel ist wolkenverhangen. Wir wandern los und irgendwie ist es heute anstrengender als sonst. Die Zeit will einfach nicht vergehen und ich habe das Gefühl, dass ich überhaupt nicht voran komme. Landschaftlich ist es heute zudem eher eintönig, jedenfalls für Leute, die vom Pacific Crest Trail verwöhnt sind. Um die Mittagszeit machen wir zusammen mit den Holzschuhs Pause, dann geht’s weiter. Zwischendurch regnet es immer wieder und ich will heute einfach ankommen. Das schaffe ich dann auch gegen sieben. Schnell wird das Zelt aufgebaut und sich hineingelegt.

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