Ledertramp

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PCT Thruhike 2015: All you need is…?

Für den Pacific Crest Trail braucht man sicher eine Menge Ausrüstung – oder?

Darüber, was man wirklich für den Pacific Crest Trail braucht scheiden sich die Geister.

Es gibt Menschen, die sagen, dass man nur 5 – 6 Monate Zeit und einen starken Willen braucht um einen Thruhike des Pacific Crest Trail zu schaffen.Andere würden keinen Meter Trail ohne High-End Ausrüstung, GPS-Gerät und tipptopp atmunksaktiver, antibakterieller Synthetikklamotte für den Preis eines Gebrauchtwagen wandern.

Du siehst also, dass hier von minimalistischen Meinungen, bis hinzu dem genauen Gegenteil alle Ideologien vertreten sind. Ich würde mich selbst in der Mitte ansiedeln. Ich schlafe nicht unter dem Duschvorhang, das gab es auf dem Appalachian Trail tatsächlich, nächtige aber auch nicht im 700 Euro Zelt.

Ich gehe auf Trails grundsätzlich mit dem, was ich tatsächlich für absolut notwendig halte. Das ist meist nur sehr wenig. Auf dem Pacific Crest Trail werde ich da eine kleine Ausnahme machen. Ich werde ganz einfach ein paar mehr Luxury Items mitnehmen. Also Dinge, die man zum Wandern des Pacific Crest Trails eigentlich nicht benötigt, einem aber die Langeweile vertreiben können. Ja, du hast richtig gelesen. Wenn du jeden Tag wanderst und das über einen so langen Zeitraum, dann freust du dich, wenn du abends einfach mal was lesen kannst.

Aber zu meiner genauen Ausrüstung komme ich später.

 

Was braucht man denn nun wirklich für den Pacific Crest Trail? Leider viele Papiere!

Was braucht man aber nun wirklich? Tja, da wir in einem bürokratischen Zeitalter leben, brauchst du zunächst einmal alles mögliche an Papieren.

Um den Pacific Crest Trail zu wandern, braucht man etwa 5 – 6 Monate. Damit diese Zeit in den Vereinigten Staaten bleiben darf benötigt man ein sogenanntes B1/B2-Visum. Das zu bekommen ist mit einigem Aufwand und Kosten verbunden. Zunächst muss man online einen recht langen Antrag ausfüllen, die Visa-Gebühr überweisen und einen Termin zum Interview vereinbaren. Um das Visum zu bekommen, muss man persönlich im Amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt oder Berlin vorsprechen und sein Vorhaben erläutern. Wir haben uns darüber im Vorfeld sehr viele Sorgen gemacht, im Endeffekt war aber alles kein Problem. Wir haben der freundlichen Mitarbeiterin erzählt, dass wir den Pacific Crest Trail wandern wollen und sie hat uns eine gute Reise gewünscht. Nichtsdestotrotz war das Ganze sehr aufwändig.

Des Weiteren braucht man noch verschiedene andere Genehmigungen, so genannte Permits. Zum einen benötigt man das Pacific Crest Trail Long Distance Permit, welches einem genehmigt mehr als 500 Meilen auf dem Pacific Crest Trail zu wandern.

Wenn man plant am Ende des Thruhikes über den Pacific Crest Trail nach Kanada einzureisen, muss man auch dafür ein Permit haben.

Zuletzt benötigt man das California Campfire Permit, welches einem erlaubt, in Kalifornien Feuer zu machen und Kocher zu verwenden. Du siehst also, bevor man einen Fuß auf den Pacific Crest Trail setzt, braucht man zunächst eine ganze Menge Papiere.

 

Und welche Ausrüstung braucht man auf jeden Fall
auf dem Pacific Crest Trail?

Wenn man das alles hat, dann kann man tatsächlich mal über die Ausrüstung nachdenken. Ich habe in meinem Leben schon viele Trekkingtouren gemacht, aber noch nie eine so lange wie den Pacific Crest Trail.

Die meisten Menschen denken, dass man für einen Thruhike des Pacific Crest Trail eine große Menge an Ausrüstung benötigt. Das ist aber nicht der Fall. Man braucht im Grunde genommen genau die gleiche Ausrüstung, wie für eine zweiwöchige Tour in Skandinavien.

Natürlich gibt es hier und da kleine Unterschieden, aber Fakt ist, dass man keine besondere Ausrüstung benötigt um den Pacific Crest Trail zu wandern. Vermutlich haben die meisten Wochenendtrekker sogar mehr Ausrüstung dabei, als die Thruhiker. Wenn man nur ein Wochenende unterwegs ist, dann zählt man nicht zwingend jedes Gramm und so wandern schnell mal ein, zwei unnötige, aber komfortable Ausrüstungsstücke in den Rucksack.

Rucksack ist ein gutes Stichwort! Ein guter Rucksack gehört zu den wichtigsten Dingen, die du auf dem Pacific Crest Trail dabei hast. Er gehört zu den Big Three des Trekkings: dem Rucksack, dem Zelt und dem Schlafsystem.

Viele denken, dass man auf dem Pacific Crest Trail einen sehr großen Rucksack braucht, um alles unter zu kriegen, aber das stimmt nicht. Ein Rucksack um die 50 Liter reicht in der Regel aus. Ich habe in meinem Leben schon viele Rucksäcke besessen, von ultraleicht bis ultraschwer.

Für den Pacific Crest Trail habe ich mich für den Mittelweg entschieden. Ich habe mir einen Osprey Talon 44 gekauft. Der Rucksack wiegt mit etwa einem Kilo nicht viel, bietet aber ein gutes Tragesystem. Das war mir für den Pacific Crest Trail wichtig.

Ich besitze auch einen ultraleichten Rucksack ohne Gestell, der weniger als die Hälfte des Ospreys wiegt. Dieser erfordert jedoch beim Packen etwas mehr Sorgfalt, da man alles, was Ecken und Kanten hat sofort spürt. Für den Pacific Crest Trail wollte ich mir den Luxus eines Tragegestells gönnen!

Als zweites haben wir das Zelt. Da muss ich zugeben, dass ich es noch nicht besitze. Auch viele Zelte habe ich schon von innen gesehen und mein Eigen genannt. Seit ich trekke reise ich allerdings mit dem selben Zelt. Das Robens Voyager 2 hat mich schon auf vielen Touren durch alle Wetterlagen begleitet.

Für den Pacific Crest Trail ist es aber einfach zu schwer und zu sperrig im Rucksack. Wenn ich ultraleicht trekke suche ich mir meistens Wege aus, auf denen man ohne Zelt auskommt. Ich übernachte dann in der Regel in Schutzhütten am Wegrand, wie auf dem Rothaarsteig. In Skandinavien ist das richtig schön, wie ihr in meinem Bericht zum Tjustleden nachlesen könnt. Aber auch in Deutschland kann man, wie auf dem Rothaarsteig, Trekking und Naturerlebnis ohne Zelt oder Pension erleben.

Auf dem Pacific Crest Trail gibt es allerdings so gut wie keine Schutzhütten, daher muss jetzt endlich mal ein Ultraleicht-Zelt her. Wir haben uns für ein Zelt von Tarptent entschieden, einer amerikanischen Garagenfirma. Da es viel günstiger ist, das Zelt dort zu kaufen, werden wir das auch tun.

Als letztes wäre da noch mein Sleep System für den Pacific Crest Trail. Ich nehme meine alte Isomatte mit. Es handelt sich um die Trangoworld Light Plus, die sich für mich schon auf vielen Touren bewährt hat.

Darüber werde ich in meinem neuen Cumulus Panyam 450 liegen, der mir von Cumulus zum ermäßigten Preis zur Verfügung gestellt wurde. Der Daunenschlafsack hält mich warm bis -6° Celsius, das sollte genügen um auf dem Pacific Crest Trail nicht zu erfrieren!

Neben den Big Three braucht man auf dem Pacific Crest Trail natürlich noch einige andere Sachen, aber die sind nicht so essentiell. Natürlich braucht man Kleidung. Hier lautet die Devise, nimm so viel wie du brauchst um warm und trocken zu bleiben. Mehr nicht. Es macht keinen Sinn von allem mehrere Sätze dabei zu haben. Frische Sachen lohnen sich auf dem Pacific Crest Trail nicht. Der typische Geruch eines Pacific Crest Trail Thruhikers wird einen auch in frischen Sachen nicht verschonen. Daher: nicht zu viel mitnehmen!

Wichtig sind natürlich gute Schuhe, die perfekt sitzen. Wir haben uns für leichte Trailrunningschuhe der Firma Viking entschieden. Diese haben einen guten Grip, sind schön breit und waren günstig zu kriegen!

Außerdem sind Trekkingstöcke empfehlenswert. Sie helfen dabei, die Belastung von den Knien zu nehmen. Wir haben uns letztes Jahr Lekis gekauft, die wir in Senja schon einem Härtetest unterzogen haben und für den Pacific Crest Trail als geeignet erklärt haben.

Zudem ist für das Wandern in der Sonne ein Schirm praktisch. Er lässt dich einen kühlen Kopf bewahren und schützt dich vor einem Sonnenstich. Ich wurde freundlicherweise von der Firma Euroschirm mit einem Schirm unterstützt. Eine ausführliche Rezension des Schirms wird es geben, wenn ich ihn auf Herz und Nieren geprüft habe!

Für viele ist jetzt noch die Outdoorküche interessant. Wir haben uns entschieden zunächst einmal ohne Kocher auf dem Pacific Crest Trail zu starten. So kann man Gewicht, Wasser, Zeit und Nerven sparen! Und mal ehrlich, der Tütenfraß ist die Mühe echt nicht wert oder?

Was allerdings wichtig ist, ist der Filter. Auf dem Pacific Crest Trail ist das Wasser nicht immer rein. Da greife ich auf meinen bewährten Sawyer Squeeze Filter zurück!

 

Das wäre es dann zunächst mal. In den kommenden Tagen werde ich noch eine genaue Liste meiner Ausrüstung teilen und ein paar mehr Worte zu den einzelnen Dingen sagen. Du siehst also, man braucht für den Pacific Crest Trail keine große Expeditionsausrüstung. Viele der Dinge, die man tatsächlich braucht, hast du als Trekker sowieso schon!

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