Ledertramp

Blog über modernes Nomadenleben, Natur, Freiheit und Lebenskunst

PCT Thruhike 2015: Seiad Valley – Ashland

Wir verbringen einige sehr schöne Stunden in Seiad Valley. Zuerst checken wir mal das Café aus. Die haben ein sehr gutes Speisenangebot. Zunächst ordern wir mal heiße Schokolade. Und meine Güte, die ist wirklich prächtig und so lecker!

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Weiter geht’s dann mit einem herrlichen Omelett mit Gemüse und Käse überbacken. Dazu gibt’s Hash Browns und English Muffins mit Marmelade, köstlich. Wirklich gutes hausgemachtes Essen. Große Portion zu einem guten Preis. Wir füllen unsere Bäuche und freuen uns, dass es so gut schmeckt.

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Danach sitzen wir gemeinsam mit anderen Hikern draußen und plaudern. Maike und ich teilen uns noch eine große Packung Eis. Verschiedene Locals kommen zum Gespräch vorbei. Hier ist das ganze Jahr über nichts los, denke ich. Die zwanzig Einwohner empfinden uns Hikertrash bestimmt als willkommene Abwechslung. Ein paar Resupplypakete werden geöffnet und plötzlich stehen drei Tüten Kekse auf dem Tisch. Selbst gebacken, von der Oma einer Hikerin. Man sind die köstlich! Guter Tag heute mit viel gutem Essen. Das denkt sich sicher auch der Hirsch, der irgendwann vorbei schaut. Er knabbert genüsslich Brombeeren, direkt neben uns. Wahnsinn! Schließlich aber müssen wir mal wieder auf den Pacific Crest Trail zurück. Wir entscheiden uns für eine Detour. Die ist nicht ganz so steil, dafür aber Road Walk. Über den Hike gibt’s nicht viel zu sagen. Immer noch sausteil und lang. Kurz nach Sonnenuntergang komme ich an und verschwinde schnell in die Horizontale.

Der nächste Tag ist ein ganz besonderer. Wir werden heute Kalifornien verlassen und nach Oregon kommen! Finally! Aber zuvor haben wir noch ein paar Meilen vor uns. Es ist wieder sehr warm und der Pacific Crest Trail hat mal wieder Steigung für uns auf dem Programm.

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Aber die Landschaft ist schön. Bäume, Wiesen und Fels im Wechsel. Plötzlich höre ich ein lautes Rattern. Ich schaue nach oben und erblicke einen Hubschrauber. Ich gehe um eine Ecke und sehe ihn direkt vor meiner Nase auf einer Wiese landen. Dann erst fallen mir die zwei Dutzend Feuerwehrmänner auf. Rußbefleckt stehen sie da und werden offenbar gerade von ihrem Einsatz zurück geholt. Spannende Sache! Ich gehe weiter. Hin und wieder mache ich Pause, hole Wasser oder unterhalte mich mit anderen Hikern. Ein ganz normaler Tag, doch dann bin ich schließlich an der Grenze zwischen Kalifornien und Oregon. Da ist sie. Ein paar Holzbretter mit Meilenangaben und Welcome-Sprüchen und ein Trail Register. Und plötzlich bin ich in Oregon. Wahnsinn! Ein tolles Gefühl. Nach so langer Zeit in Kalifornien bin ich jetzt im nächsten Staat. Es fühlt sich fast so an, als wäre ich schon in Canada. Ich bleibe eine Weile an der Grenze, dann gehe ich weiter. Nur noch ein Stück zur nächsten Campsite, wo das Zelt aufgebaut wird und die erste Nacht im neuen Staat verbracht wird.

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Der nächste Tag beginnt lazy. Ich lese mein Buch aus bevor ich los gehe. Aber wir haben auch nur gut 16 Meilen vor uns. Zunächst machen wir und der Pacific Crest Trail ein wenig Höhe. Oregon ist eher flach aber heute wird noch gehügelt. Schon bald ist es warm und die Aussicht stimmt uns auf den kommenden Staat ein.

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Schon nach vier Meilen mache ich an einer exzellenten Quelle eine Pause. Es kommen noch mehr Hiker dazu und so wird es eine gemütliche Runde. Auch die nächste Pause halten wir wieder alle zusammen. Wir reden darüber, was wir jetzt gerne essen würden, was wir so auf dem Pacific Crest Trail essen und auch über Dinge, die nichts mit Essen zu tun haben. Darüber aber nicht viel. Kurz vor der Pause gab’s übrigens mal wieder einen Meilenstein. Die 1700 ist geschafft. Jetzt rollen die Meilen.

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Schließlich sind es dann nur noch vier Meilen. Wir wollen heute in einem Shelter schlafen, der ein wenig offtrail liegt. Kurz vor Ende gibt’s aber noch eine Trail Magic. Soda! Ich genieße eine Cola und eine Cream Soda, dann geht’s zum Shelter. Der entpuppt sich als nicht zum Übernachten geeignet und so stellen wir doch das Zelt auf und essen nur im Shelter. Es war ein schöner Tag und so geht er zu Ende.

Der nächste Tag ist dann wirklich schnell gelaufen. Wir wandern ein paar Meilen, dann erreichen wir den Highway. Hier tummeln sich schon andere Hiker und warten auf Hitches. Auch Katy und Marie, die heute ihren letzten Tag hat treffen wir hier wieder. Da ist die Freude groß. Gemeinsam mit Platypus hitchen wir nach Ashland. Hier schauen wir uns erstmal um. Später treffen wir uns alle in der Pizzeria, wo wir fabelhaft dinieren.

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Platypus lädt uns ein bei ihm und den anderen mit im Motelzimmer zu pennen. Das Angebot nehmen wir natürlich gerne an und so verbringen wir die Nacht zu acht in einem Viererzimmer.

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Am nächsten Morgen gibt’s sogar noch Frühstück mit allem was man so braucht. Im Laufe des Tages kaufen wir schon mal einiges ein. Wir wollen hier für den Rest des Pacific Crest Trails resupplyen. Das erfordert einiges an Logistik. Schließlich haben wir dann schon einen Großteil der Sachen gekauft und lassen uns von einer netten Frau zur so genannten Green Show fahren. Das sind kostenlose Konzerte, die hier im Sommer gegeben werden. In der Abendsonne lauschen wir einer Soul/Bluesband. Auch Katy ist dabei.

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Danach werden wir dann von Debbie abgeholt. Debbie ist die Frau, bei der wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden. Couchsurfing ist angesagt. Sie führt uns zu ihrem netten kleinen Haus und wir unterhalten uns noch lange. Irgendwann singt Katy noch ein paar Lieder und spielt Gitarre dazu. Ein schöner Abend. Das Haus ist wirklich schön und wir haben sogar ein Bett. Da schläft es sich natürlich gut.

Am nächsten Morgen beginnen wir schon mal Lebensmittel zu packen. Dann geht’s mit dem ganzen Kram wieder in die City. Wir brauchen noch ein paar Dinge und gehen diese alsbald einkaufen. Zum zweiten Frühstück gönnen wir uns eine leckere Oreotorte. Mächtig!

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Danach bringen wir den ganzen Quatsch zum Post Office. Hier wird alles in Boxen sortiert, diese beschriftet und schließlich abgeschickt. Nachdem das getan ist, fällt eine große Last von mir ab. Das wäre geschafft!

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Danach genießen wir einfach den Tag. Schlendern durch die Stadt, gucken uns ein paar Läden an, kaufen handgemachte Schokolade und Brot und gehen schließlich zurück zu Debbies Haus. Hier koche ich für uns Pasta mit frischem Gemüse. Eine seltene Abwechslung. Später sitzen wir noch gemütlich zusammen, bis wir schlafen gehen.

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